Hey Pflanzenfreunde! Willkommen zurück im Pflanzenratgeber. Heute kümmern wir uns um zwei Themen, bei denen viele Pflanzenfans ins Schwitzen kommen: Gießen und Düngen.
Keine Sorge – mit ein paar einfachen Grundregeln bekommt ihr schnell ein gutes Gefühl dafür, was eure Pflanzen wirklich brauchen. Lasst uns also ganz entspannt anschauen, wie ihr eure Zimmerpflanzen gesund haltet.
Gießen: Warum weniger (aber richtig) oft mehr ist
Die häufigste Ursache für Probleme bei Zimmerpflanzen ist nicht das Vertrocknen, sondern Überwässerung. Aber warum ist das eigentlich so?
Wenn eine Pflanze dauerhaft in klatschnasser Erde steht, wird die Luft aus dem Substrat verdrängt. Die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff mehr und das Milieu im Topf wird "anaerob", das bedeutet sauerstofffrei. Dann fangen die Wurzeln an zu faulen und die Pflanze verdurstet ironischerweise, weil sie keine intakten Wurzeln mehr hat, um das Wasser aufzunehmen.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Töpfe brauchen immer Ablauflöcher. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können – Staunässe ist der größte Feind gesunder Wurzeln.
So erkennt ihr, ob eure Pflanze Wasser braucht
Bevor ihr zur Gießkanne greift, lohnt sich ein kurzer Check. Zwei einfache Methoden helfen euch dabei.
- Die Fingermethode: Steckt euren Finger ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich dort noch feucht an, braucht die Pflanze noch kein Wasser. Ist die Erde trocken, könnt ihr gießen.
- Die Topf-Gewichtsprobe: Hebt den Topf direkt nach dem Gießen einmal an und merkt euch das Gewicht. Einige Tage später hebt ihr ihn nochmal an. Wenn der Topf deutlich leichter geworden ist, ist die Erde weitgehend trocken.
Einmal richtig durchdringend gießen
Wenn es Zeit zum Gießen ist, gebt nicht nur ein paar Tropfen oben auf die Erde. Gießt die Pflanze ruhig gründlich, bis Wasser unten aus den Löchern im Topf läuft.
An warmen Tagen kann das Wasser kurz im Übertopf stehen bleiben, damit sich die Erde vollständig vollsaugt. Danach sollte überschüssiges Wasser jedoch wieder abgegossen werden.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei hochwertigen Erdmischungen. Unsere Muddis Erde ist durch ihre Struktur besonders luftig aufgebaut. Sie speichert Feuchtigkeit, lässt aber gleichzeitig auch im nassen Zustand ausreichend Sauerstoff an die Wurzeln. Dadurch sinkt das Risiko für Wurzelfäule deutlich.
Düngen: Der Stoffwechsel gibt den Takt an
Neben Wasser brauchen Zimmerpflanzen natürlich auch Nährstoffe. Wie viel Dünger sinnvoll ist, hängt stark von Licht und Temperatur ab. Generell gilt: Je mehr Licht und Wärme eine Pflanze abbekommt, desto höher fährt sie ihren Stoffwechsel hoch. Sie wächst schneller, schiebt neue Blätter und hat dadurch auch viel mehr Hunger nach Nährstoffen.
- Frühling und Sommer: Viel Licht und Wärme bringen Pflanzen in den Wachstumsmodus. In dieser Phase entwickeln sie neue Blätter und benötigen regelmäßig Nährstoffe. Jetzt könnt ihr regelmäßig nach Herstellerangaben düngen.
- Herbst und Winter: Bei weniger Licht fährt der Stoffwechsel vieler Zimmerpflanzen herunter. Der Nährstoffbedarf sinkt deutlich. In dieser Zeit reicht oft eine geringere Dosis oder eine längere Düngepause.
Typische Anzeichen für Nährstoffmangel
Beobachtet eure Pflanzen regelmäßig. Sie zeigen relativ deutlich, wenn ihnen etwas fehlt: Gelbliche ältere Blätter, schwaches Wachstum oder sehr kleine neue Blätter können Hinweise auf Nährstoffmangel sein. In solchen Fällen hilft meist eine angepasste Düngergabe über das Gießwasser.
Mit etwas Erfahrung entwickelt ihr schnell ein gutes Gefühl dafür, wann eure Pflanzen Wasser oder Nährstoffe brauchen. Dann wird die Pflege ganz automatisch zur entspannten Routine. Schnappt euch eure Gießkannen, testet das Gewicht eurer Töpfe und habt Spaß daran, euren Pflanzen beim Wachsen zuzusehen!



Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.